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Die Roland-Sage

Blick durch den Rolandsbogen auf den Drachenfels

Schon von weiten sieht man den Rolandsbogen über Rolandseck. Er erinnert an Roland und Hildegunde, zwei Liebende, denen kein happy end beschert war.

Hildegunde vom Drachenfels und Roland von Rolandseck liebten sich sehr und wollten ihr Leben gemeinsam verbringen. Dann zog Roland mit dem Herr Karls des Großen gegen die Araber in Spanien. Monatelang wartete Hildegunde auf seine Rückkehr oder einen Brief von ihm, dann erhielt sie eine schlimme Nachricht: auf dem Rückweg war das Heer der Franken im Tal von Roncesvalles in einen Hinterhalt geraten und bis auf den letzten Mann niedergemacht worden. Hildegunde war verzweifelt, ein Leben ohne Roland konnte sie sich nicht vorstellen. In tiefer Trauer legte sie im nahen Kloster auf der Insel Nonnenwerth die Gelübde als Nonne ab.

Aber ein Jahr später kehrte der Roland doch zurück, nur lebte Hildegunde nun ganz in seiner Nähe, doch für ihn unerreichbar im Kloster Nonnenwerth. Von seinem Fenster auf der Burg Rolandseck sah Roland viele Stunden auf das Kloster Nonnenwerth hinab, und auch Hildegunde fand keinen Frieden. Beide litten unendlich. Eines Morgens fand ein Knappe seinen Herrn Roland tot auf, er hatte sich am hohen Fensterkreuz erhängt. Zur selben Zeit läuteten die Glocken im Kloster Nonnenwerth .. Hildegunde wurde zu Grabe getragen.

Diese Sage greift auf das hochmittelalterliche Rolandslied zurück, das Ende des 11. Jahrhunderts in Frankreich entstanden war. Heinrich der Löwe ließ es ins Deutsche übersetzen. Der Held Roland führte die Nachhut der Truppen Karls des Großen während des Feldzugs gegen die Sarazenen in Spanien an. Auf dem Rückweg durch unwegsames Berggelände geriet die Truppe in einen Hinterhalt der Sarazenen, die Nachhut wurde abgedrängt und bis auf den letzten Mann getötet.

Das ist ganz im Geist der Ritterkultur des Hochmittelalters, doch historisch unkorrekt. Der Spanienfeldzug Karls des Großen 778 wurde ein Fehlschlag, und er musste sich unverrichteter Dinge zurückziehen. Seine Soldaten waren ohne Beute geblieben, also ohne Lohn, und aus Wut darüber zerstörten sie auf den Rückweg Pamplona. Auf Rückweg durch unwegsames Berggelände, am 15. August 779 bei Roncevalles, geriet die Truppe in einen Hinterhalt der Basken; die Nachhut unter Hruotland, dem Graf der bretonischen Mark, wurde abgedrängt und bis auf den letzten Mann getötet.

Wie und wann das Rolandslied mit Rolandseck verbunden wurde, ist ungeklärt. Eine nachweisbare Verbindung zwischen dem historischen Roland und unsere Region gibt es nicht.

Traditionell, Quelle: Sage und Geschichte der sieben Berge, Dietmar Blumenthal in Zusammenarbeit mit Winfried Biesing.

Bild- und Quellenachweis

Das Bild stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.