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Glaubensspaltung

Zeit der Glaubensspaltung

Seit dem Ende des Spätmittelalters gehören große Teile unsere Region zum Herzogtum Berg. Herzog Wilhelm V. (1539-92) ist ein aufgeschlossener Katholik. Unter dem Schutz des Herzogs kann sein Leibarzt Dr. Johannes Weyer über das schreiende Unrecht und die Grausamkeiten der Hexenprozesse schreiben; sein Buch "Über die Blendwerke der Dämonen, Zauberer und Giftmischer" ist ein Schlag gegen den "Hexenhammer" von 1487.

In diesem Kapitel:

Die Reformation findet im Rheinland zunächst wenig Widerhall. Doch auch der Kölner Erzbischof Hermann von Wied sieht, wie drängend Reformen sind, und ruft schließlich Theologen der Reformation ins Land. Auch in unserer Region entstehen Lutheraner-, Täufer- und Calvinistengemeinden. Die Täufer aber werden verfolgt, und auch das Bekenntnis zum Calvinismus ist gefährlich.
Auf den Prager Fenstersturz vom 23. Mai 1618 folgt ein fürchterlicher Krieg. Schon bald geht es nicht mehr um einen Glaubenskrieg innerhalb Deutschlands, sondern um die Vorherrschaft in Europa. Es sind Schreckensjahre. Überall wird gekämpft, geplündert und gebrandschatzt. 1632/33 werden die Burgen auf dem Drachenfels und der Löwenburg erobert und zerstört.

Weltmacht Habsburg

Zu Beginn der Neuzeit sind die Habsburger eine europäische Großmacht. Durch Kaiser Maximilians Ehe mit seiner geliebten Maria von Burgund sind das spätmittelalterliche Burgund (Niederlande, Belgien, Südostfrankreich) und die reichen Niederlande an die Habsburger gefallen. Ihre Kinder haben ins spanische Königshaus geheiratet; Ehen ins jagiellonische Königshaus haben Habsburg die Kronen von Ungarn und Böhmen eingebracht.

Nach dem Tod Maximilians I. 1519 fallen die Habsburger-Gebiete in Österreich, die zum Reich gehörten, an seinen Enkel Karl gefallen. Seit 1516 ist er König von Spanien. Dank der legendären Finanzhilfe durch die Fugger wird er 1519 zum Kaiser Karl V. gewählt. Bald ist Karl V. einer der mächtigsten Männer seiner Zeit und regiert über ein Weltreich, in dem "die Sonne nicht untergeht". 1521 zerschlägt Cortés das Azteken-Reich, 1532 Pizarro das Inka-Reich. Er ist der einzige Habsburger-Kaiser, der, wenigstens für einige Jahre, alle Habsburger-Macht in seiner Hand vereinigt.

Derweil brodelt es im Reich: 1522 erheben sich die Reichsritter, und Thomas Müntzer verlangt nicht nur eine radikale Reform der Kirche, sondern auch eine gewaltsame Umwälzung der politischen und sozialen Verhältnisse. Darüber kommt es zum Bruch mit Luther. 1524-1526: In Süd- und Ostdeutschland toben Bauernkriege.

Bild- und Quellenachweis

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