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Von den ersten Menschen im Siebengebirge bis zu Caesars Rheinübergang

Schnurkeramik Glockenbecher Bandkeramik Faustkeil Regenbogenschüsselchen
Keltische Regenbogenschüsselchen, Faustkeil, Bandkeramik, Glockenbecher, Schnurkeramik

Auch in und um das Siebengebirge lebten schon früh Menschen. Ihr Spur führt uns ins Rheinische Landesmuseum in Bonn. Dort können Sie die Funde von Oberkassel sehen.

Ausland
um 3.200
Newgrange, Irland
um 2.800
Stonehenge, England
2850-2052
Altes Reich in Ägypten
1728-1686
Babylon unter Hammurabi
1600-1200
Mykenische Kultur
Griechenland, Ägäis
1570-715
Neues Reich in Ägypten
um 1300/1250/1200
Homers Troia
1200
Ansturm der "Seevölker"
Militärmächte
Assyrien und Babylon
539
Perser erobern Babylon
336-323
Alexander der Große
113-101
Einfall der Kimbern und Teutonen ins Römische Reich

Altsteinzeit (Paläolithikum)

1914 wurden in einem Steinbruch bei Oberkassel die Knochen eines Mannes, einer Frau und eines Hundes gefunden, die vor ungefähr 13.000 Jahren, also gegen Ende der Altsteinzeit (Paläolithikum), gelebt haben. Sie gehörten zum Cro-Magnon-Typ, also zu einem "moderneren" Menschentyp als die Neandertaler.

Mittelsteinzeit (Mesolithikum)

Nach dem Ende der Eiszeit gibt es bessere Lebensbedingungen. Die Menschen siedeln vor allem an Küsten und Ufern von Flüssen und Seen. Im "Fruchtbaren Halbmond" des Vorderen Orients gibt es schon früh Siedlungen.

Jungsteinzeit (Neolithikum)

Die Jungsteinstein wird unterteilt in Altneolithikum (5.500-5.000 v. Chr.), Mittelneolithikum (5.000-4.400 v. Chr.), Jungneolithikum (4.400-3.500 v. Chr.), Spätneolithikum (3.500-2.800 v. Chr.) und Endneolitihkum (2.800-2.200 v. Chr.). Die wohl bekanntesten Zeugnisse der Jungsteinzeit sind die Pfahlbauten und die gewaltigen Steinanlagen in Westeuropa.

Verschiedene Völkerschaften ziehen durch Europa, die sich begegnen und langsam sesshaft werden. Der Übergang vom Jäger und Sammler zum Bauern, der seinen Acker bestellt, Vieh züchtet und Vorräte erwirtschaftet, wird als Neolithische Revolution bezeichnet.

Doch im Gegensatz zu den gut dokumentierten frühen orientalischen Hochkulturen bleiben diese Menschen für uns anonyme "Leute", die wir nach den von ihnen gefertigten Schmuck- und Gebrauchsgegenständen, Waffen oder der Art ihrer Totenbestattung benennen.

Bandkeramik, Rössener Kultur, Michelsberger Kultur

Vermutlich aus dem Vorderen Orient stammt die Kultur der Bandkeramiker, die sich im Altneolithikum von Südosteuropa aus langsam nach Norden vorschiebt. Die Menschen suchen fruchtbare Lößböden und finden sie auf der linken Rheinseite finden; so gibt es in der Kölner Gegend eine Bandkeramiker-Siedlung.

Vermutlich aus der Bandkeramik entsteht um 4.500 AD die Rössener Kultur. Charakteristische Werkzeuge sind Keile und Beile mit Löchern. Auch in der Nähe vom Kuckstein und in Thomasberg wurden solche Geräte gefunden.

Als nächste Kulturstufe kommt im Jungneolithikum auf beiden Seiten des Rheins die Michelsberger Kultur auf. Charakteristisch sind spitzbodige, unverzierte Tulpenbecher.

Der Petersberg und seine Umgebung sind schon um 3500 v. Chr. besiedelt, auch hier gibt es Funde aus der Michelsberger Kultur. Vielleicht gab es auf der "Mondscheinwiese" zwischen Petersberg und Nonnenstromberg eine prähistorische Siedlung.

Schnurkeramik, Glockenbecherkultur

Am Ende der Steinzeit, im Endneolitihkum, stehen zwei Kulturen, die Metall kennen: Die Schurkeramik, die aus dem Osten kam, und die Glockenbecherkultur, die sich von Südwesten her verbreitete. Beide treffen sich am Rhein. Das Kupfer taucht als neuer Werkstoff auf. Die Glockenbecherkultur gilt als erste metallverarbeitende Kultur im Rheinland.

Bronzezeit

Da denken wir an die Helden Homers, die Goldhüte, den Sonnenwagen von Trundholm und die Himmelsscheibe von Nebra. Im Orient und in Mitteleuropa beobachten die Menschen den Himmel. Die Himmelsschreibe von Nebra ist 3.600 Jahre alt; man sieht den Mond, die Sonne und Sterne, vermutlich die Plejaden.

Noch immer wissen wir wenig über die Bronzezeit. Das gilt vor allem für Mitteleuropa, denn die Menschen in unserer Region kannten noch keine Schrift, es ist nichts überliefert. So reden wir noch immer von anonymen Leuten, die wir nach der Art ihrer Totenbestattung unterscheiden.

Frühe Bronzezeit (2200-1500 v. Chr.)

Der Begriff Bronzezeit ist nicht für alle Regionen gleichermaßen anwendbar. In den Hochkulturen des Alten Orients wird schon sehr früh Bronze verarbeitet; die ersten sind die Sumerer im Südirak. In Palästina kennt man Bronze um 3.300, in Ägypten um 2.700 AD.

Erst viel später gelangt die Bronze und das Wissen um ihre Herstellung und Verarbeitung nach Europa: In Mitteleuropa beginnt die Bronzezeit um 2.200, und in Nordeuropa um 1.800. Ob je der Klang einer bronzezeitlichen Lure im Siebengebirge zu hören war? Zwar wurden Werkzeuge und Reste von bronzenen Beile und Lanzen gefunden, doch wir wissen sehr wenig über diese Zeit, aus der Bronzezeit gibt es nur ganz wenige Funde. Man vermutet, dass die Menschen damals die fruchtbaren Lößböden gesucht haben.

Bronze ist eine Legierung aus 90% Kupfer und 10% Zinn. Diese Metalle kommen nicht überall vor, und schon früh gibt es Handel über weite Distanzen, zu Lande und zu Wasser. Das Schiff von Uluburun im 14. Jahrhundert vor Christus hat neben Kupfer und Zinn auch Blauglas, Ebenholz und viele andere Schätze geladen.

Mittlere Bronzezeit (1500-1250 v. Chr.)

In Mitteleuropa ist die mittlere Bronzezeit auch die Zeit der Hügelgräber. Die Toten werden nicht mehr in einfachen Flachgräbern, sondern unter Grabhügeln bestattet. Waren die Verstorbenen zu Lebzeiten reich und mächtig, bekommen sie prunkvolle Beigaben. Im Ennert, dem im Norden des Siebengebirges liegenden Höhenzug, wurden einige Hügelgräber gefunden.

Späte Bronzezeit (1250-800 v. Chr.)

In Mitteleuropa ist die späte Bronzezeit die Zeit der Urnenfelderkultur (1200-800 AD). Die Menschen verbrennen ihre Toten, füllen die Asche in tönerne Urnen und setzen sie bei.

Eisenzeit

Wie die Bronzezeit beginnt auch die Eisenzeit im Orient viel früher als in Mitteleuropa. Im griechischen Kulturkreis philosophieren die Vorsorkratiker, unter ihnen Heraklit. Um 750 entstehen Homers Ilias und die Odyssee.

Hallstatt-Kultur (850-450 v. Chr.)

In Mitteleuropa beginnt die Eisenverarbeitung mit der Hallstatt-Kultur (ab 850-450). Aus dieser Zeit sind einige prächtig ausgestattete Fürstengräber erhalten.

La-Tène-Zeit (450-50 v. Chr.)

In der Geschichtsschreibung über den Aufstieg Roms begegnen uns nicht mehr anonyme "Leute", sondern Völker und Zivilisationen, die wir einem Kulturkreis zuordnen können - den Kelten und den Karthagern. In den drei Punischen Kriegen gegen Karthago bleibt Rom am Ende Sieger und steigt zur Supermacht der Antike auf.

Um 200 v. Chr. erreicht die keltische Welt ihre größte Ausdehnung: von Britannien bis ans Schwarze Meer leben unterschiedliche Völker keltischen Ursprungs. Kulturgeschichtlich sind wir in der La-Tène-Zeit (450-50 AD), die vor allem die durch keltische Kultur geprägt ist. Süddeutschland ist ein Zentrum keltischer Zivilisation. In Manching sind Reste einer befestigten Siedlung erhalten. In der späten La-Tène-Zeit ist es ein Zentrum des Fernhandels, eine erste große Stadt in Deutschland.

Ringwall auf dem Petersberg

Neben den Oppida, frühen Städten, errichten die Kelten gerne ihre Siedlungen auf Hügel und sichern sie durch Ringwälle. Eine solche Bergfestung steht im ersten Jahrhundert vor Christus auf dem Petersberg; Reste des Ringwalls um die Kuppe sind erhalten. Die Anlage ist keltischen Typs, und im nahegelegenen Stieldorf wurden keltische Goldmünzen gefunden. Wir wissen aber kaum etwas von den Menschen, die damals dort lebten.

Kelten und Germanen

Das Siebengebirge liegt im Grenzgebiet zwischen der keltischen Zivilisation im Süden und der germanischen Welt im Norden. Immer mehr Germanen verlassen ihre Heimat im Norden und Nordosten, die oft genau von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht wird, und dringen in keltisches Siedlungsgebiet an Rhein und Mosel vor. Die Kimbern und Teutonen ziehen 113-101 sogar bis ins Römische Reich.

Römische Legionen am Rhein (um 60 v. Chr.)

Das ganze Mittelmeer und weite Teile Westeuropas sind in römischem Besitz. Caesars Gallischer Krieg (58-51 AD) bringt römische Legionen an den Rhein. Nach seinem Sieg über die keltischen und germanischen Stämme Galliens ist der Rhein zur Grenze zwischen dem Römischen Reich auf der linken und dem freien Germanien, "Germania Magna", auf der rechten Rheinseite.

Bild- und Quellenachweis

Das Foto der Regenbogenschüsselchen stammt aus der Public Domain Section der Wikipedia.