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Burgruinen im Siebengebirge

           Heinrich V. Friedrich I. Barbarossa Heinrich VI. Philipp von Schwaben Otto IV. Friedrich II.      
    Heinrich V. Friedrich I. Heinrich VI.        Philipp Otto IV. Friedrich II.  

  Grafen
  von Berg
       
  wolkenburg    


 
 
  
Erzbistum Köln
   
Drachenfels
Grafen
von Sayn
 

Das Hohe Mittelalter war die Zeit der Burgen und Ritter; eine oder mehrere Burgen an strategisch guten Plätzen sicherten das Herrschaftsgebiet. Die Gefolgsleute der Königs erwarben Grundherrschaft und bekamen vom König Rechte verliehen, die ihnen Einkünfte und Macht sicherten. Am Rhein galt das ganz besonders für das Zollrecht, auch das Vogteirechte über Klöster waren begehrt und umkämpft. Doch Grundherrschaft und Rechte mussten behauptet und verteidigt werden: Burgen wurden errichtet, sie wurden belagert und verteidigt.

Die Grenze ging mitten durch das Siebengebirge

Als erste Burg im Siebengebirge entstand um 1118 Burg Wolkenburg. Bauherr war der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg. Ein mächtiger Mann. Im Reich hatten sie das Recht inne, in Aachen den König zu krönen, in der Region waren sie seit der Mitte des 11. Jahrhunderts vorherrschend. Die Burgen Rolandseck und Wolkenburg sicherten das Territorium nach Süden. Damals regierte Heinrich V., der letzte Salier. Erzbischof Friedrich hatte sich inzwischen mit ihm überworfen.

Doch die Grafen von Sayn vom Süden und die Grafen von Berg von Norden machten dem Erzbistum die Vorherrschaft im Rheinland zunehmend streitig.

Wolkenburg und Drachenfels

1139 belagerten die Grafen von Sayn die Grafschaft Bonn, ab 1140 ließ Erzbischof Arnold I. von Merxheim die Burg auf dem Drachenfels bauen, die von Abt Gerhard von Are vom Bonner St. Cassius-Stift fertiggestellt wurde. Das war zur Zeit Kaiser Friedrichs I. Barbarossa und seinem Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel. Der Drachenfels wurde auf dem Gipfel der gleichnamigen Bergs errichtet. Eine solche Gipfelburg war schwer zu erreichen. Es scheint unmöglich, schweres Belagerungsgerät auf den Berg zu bringen, und wenn, war der Angreifer ständig Brandpfeilen, Steinen und Pechnasen ausgesetzt.

Petersberg und Heisterbach

Kaiser Friedrich I. Barbarossa war im hohen Alter zum Kreuzzug nach Jerusalem aufgebrochen und hatte die Regierungsgeschäfte seinem Sohn Heinrich VI. übertragen. Im selben Jahr 1189 rief der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg Zisterzienser-Mönche ins Siebengebirge. Sie ließen sich zunächst auf dem Petersberg nieder und bauten die dort vorhandene kleine Kirche aus; Augustiner-Mönche hatte Mitte des 12. Jahrhunderts errichtet, waren jedoch 1176 fortgezogen.

Auch das hat eine politische Seite. Im Siebengebirge stießen die Interessen der regionalen Mächte aufeinander - die der Kölner Erzbischöfe mit ihren Burgen Drachenfels und Wolkenburg, der Grafen von Sayn mit ihrer Burg Blankenberg an der Sieg, und zunehmend der Grafen von Berg. Zwar waren die Grafen von Sayn treue Lehnsleute des Kölner Erzbischofs und hatten ihm beim Feldzug gegen Heinrich den Löwen und sogar bei seiner Machtprobe gegen Kaiser Friedrich I. Barbarossa zur Seite gestanden - zu mächtig wollte er sie wohl doch nicht werden lassen. Er hatte die Vogteirechte über den Petersberg erworben und konnte ihn nach dem Wegzug der Augustiner-Mönche nicht sich selbst überlassen. Nun, da sich Zisterziensermönche dort ansiedelten, konnte kein anderer dort seine Burg bauen.

Nach dem tragischen Tod Friedrich I. Barbarossas wurde sein Sohn Heinrich VI. Kaiser. In seiner kurzen Regierungszeit wurde er der mächtigste der Stauferherrscher. 1193 zogen die Mönche vom Petersberg hinab ins Heisterbacher Tal.

Löwenburg

Der plötzliche Tod Kaiser Heinrichs VI. 1197 stürzte das Reich ins Chaos. In Deutschland kam es zu einer Doppelwahl, es folgte ein jahrelanger Thronkrieg zwischen Otto IV. von Braunschweig und Philipp von Schwaben. Auch das Rheinland wurde schwer heimgesucht. In jenen Jahren, um 1200 entstand die Löwenburg. Eine erbitterte Fehde tobte zwischen den Grafen von Sayn, Gefolgsleuten Ottos, und Dietrich von Landsberg, einem Anhänger der Staufer. Doch es muss beschwerlich gewesen sein, die Burg zu bauen und zu bewirtschaften. Vor allem musste auch die Wasserversorgung sichergestellt werden. Auf der Löwenburg wurde in einer Zisterne das Regenwasser gesammelt.

Rosenau

Unklar ist, welche Rolle die Burg Rosenau nahe des Ölbergs gespielt hat, vielleicht war sie eine Feste des Erzbistum Kölns gegen die Grafen von Sayn auf der Löwenburg. Schon um 1250 wurde sie wieder abgerissen.