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Zuhause am Rhein und in Amerika. Familiengeschichten deutscher Auswanderer

Wir wissen nicht viel von den Menschen, die seit der frühen Neuzeit ihre geliebte Heimat verließen, weil sie Hunger und Not litten, oder ihrer Überzeugungen wegen verfolgt wurden. Um solche Menschen geht es in dieser Erzählung. Wir machen einen Streifzug durch die deutsche und amerikanische Geschichte von der Zeit Ludwigs XIV. von Frankreich bis zum Ausbrauch des Ersten Weltkrieg, widmen unseren Aufmerksamkeit aber den Menschen.

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Auch Anton Tombach, Baumeister im Dienste des Kölner Erzbischofs, und sein Ziehsohn Andreas müssen ihre Heimat im Siebengebirge verlassen und bauen sich in Pennsylvania, Nordamerika, ein neues Leben auf. Ihr Schicksal ist eng mit dem der Familie Bergmann, ebenfalls aus unserer Region, verbunden. Auch einige Mitglieder dieser Familie wandern nach Pennsylvania aus, doch ihre Heimat am Rhein bleibt ihnen im Herzen. Über Generationen und über den Atlantischen Ozean hinweg hält die Familie zusammen - eine Familie eben, die auf zwei Kontinenten zuhause ist.

Eine wichtige historische Figur in dieser Geschichte ist Carl Schurz, ein Rheinländer, der nach der gescheiterten Revolution 1848/49 in die USA ging und dort ein bedeutender Staatsmann wurde. Bei der Recherche zur englischen Version der Geschichte stieß ich auf ein Interview mit Barack Obama im Harper's Magazine, in dem ich folgende Textpassage fand: "[..] es ist Zeit, sich daran zu erinnern, dass die Republikaner in der Vergangenheit weitaus besser waren. [..] einst erhoben sie den politische Dialog der Nation, gaben uns Hoffnung und predigten eine neue Form des Patriotismus, der danach strebte, einzubinden anstatt zu spalten, der Bildung wertschätzte und Ignoranz strafte, der die Freiheiten unserer verfassungsmäßigen Ordnung pries und Tyrannen und Sklavenhalter verfluchte. [..] Unter diesen Republikanern [..] erinnere ich mich an Carl Schurz."

"Einzubinden anstatt zu spalten", das hat mich sehr bewegt. Heute wird der Zusammenhalt innerhalb einer Gesellschaft, innerhalb Europas und auch innerhalb der internationalen Staatengemeinschaft in immer drängenderen Worten beschworen, doch zugleich tun sich immer mehr Gräben auf. Nun wurde meine Geschichte etwas länger - ich wollte mehr von Menschen schreiben, die Offenheit, Toleranz und Mitgefühl leben. Schenken wir den mutigen und rechtschaffenden Menschen unsere Aufmerksamkeit, denn sie sind es, die uns Hoffnung geben und Mut machen - nicht die oft zerstörerischen Schlagzeilen.

Im Prolog zur Geschichte sind Menschen aus unserer Region erwähnt, die 1685 nach Pennsylvania ausgewandert sind. Das ist die Familie Schumacher aus Niederdollendorf, die mit den "Original 13" nach Philadelphia segelten und dort Germantown gründeten. Mehr über die Schumachers erfahren Sie auf der Seite www.niederdollendorf.de im Beitrag "Von Niederdollendorf nach Philadelphia" von Andreas Frohnhaus.

Gefunden in:

Schurz: The True Americanism, Harper's Magazine:
http://harpers.org/archive/2008/11/hbc-90003773
abgerufen am 8. November 2011, Übersetzung: Petra Willnecker